Pottwale – Gefährdung heute

Morgen wird ja im TV eine Neuverfilmung von “Moby Dick” ausgestrahlt, der Geschichte des Walfangschiffes Pequod und dessen einbeinigen Kapitän Ahab, der voll blindem Hass auf der Jagd nach dem weißen Pottwal ist, der ihm ein Bein abgerissen hat. Eine Erzählung, von der die meisten von Ihnen sicherlich schon gehört haben.

Was viele jedoch nicht wissen, ist, dass die Geschichte von Moby Dick unter anderem auf realen Begebenheiten basiert. Zum einen auf den Erzählungen um den weißen Wal Mocha Dick und zum anderen auf der Geschichte des Walfangsegelschiffes “Essex”, das im Jahr 1820 von einem Pottwal angegriffen und versenkt wurde. Die gesamte Geschichte ist ziemlich gruselig und kann hier nachgelesen werden.

Warum wurde der Pottwal gejagt?

Der Pottwal wurde im 19. Jahrhundert nicht nur wegen des Trans, sondern vor allem wegen des in seinem Kopf enthaltenen Walrats und des seltenen Ambras gejagt. Ambra kann manchmal im Darm des Pottwals gefunden werden und besteht aus den unverdaulichen Resten von Riesenkalmaren. Dieses war für die Parfümindustrie von Bedeutung. Walrat wurde zur Herstellung von besonders hell brennenden Kerzen, Kosmetika und Schmiermitteln verwendet.

Zwischen 1842 und 1846 erbeuteten Walfänger das Öl von rund 20.000 Pottwalen. Die Walart war zu dieser Zeit wegen ihrer scheinbar unendlichen Zahl (geschätzt ca. 1,5 Millionen Exemplare) sehr begehrt.

Zwischen 1960 und 1964 töteten vor allem japanische und sowjetische Walfangflotten um die 127.000 Pottwale. In den 60er und 70er Jahren wurden pro Jahr über 20.000 Pottwale getötet.

Gefährdung des Pottwals heute

Durch die starke Bejagung in der Vergangenheit sind die Bestände sehr minimiert worden. Schätzungen gehen heute von etwa 360.000 lebenden Exemplaren aus. Allerdings hat der Pottwal die niedrigste Geburtenrate aller Säugetiere, was dazu führt, dass sich die Bestände nur sehr langsam erholen.

Von der Internationalen Walfangkommission (IWC) wird der Fang von Pottwalen seit der Fangsaison 1981/82 verboten. Im Washingtoner Artenschutzeinkommen (CITES) wird der Pottwal in Anhang I geführt, was bedeutet, dass mit den Tieren und den aus ihnen gewonnenen Produkten kein Handel betrieben werden darf.

Also besteht für den Pottwal keine Gefahr mehr? Leider doch, denn nicht alle Länder fühlen sich an die Vorgaben der IWC gebunden. Die Japanische Fischereiagentur (FAJ) jagt seit 2000 im Rahmen ihres wissenschaftlichen Walfangprogramms wieder Pottwale im Nordpazifik. Zwischen 1987 und 2002 wurden allein durch Mitglieder des Internationalen Übereinkommens zur Regelung des Walfangs zu wissenschaftlichen Zwecken 18 und aufgrund eines Einspruchs gegen das Moratorium 188 Pottwale getötet.

Gefährdung abseits vom Walfang

Die größte Bedrohung für Pottwale liegt jedoch nicht in der Jagd auf sie, sondern in der Fischerei mit Stellnetzen, Drähten, Ringwaden- und Grundschleppnetzen, in denen die klugen Säugetiere als Beifang enden.

Dazu kommt der zunehmende Unterwasserlärm durch seismische Untersuchungen, Bauprojekte unter Wasser und militärischen Sonar, der die Tiere bei der Navigation, Kommunikation und dem Orten von Beute stört. Auch andere Störungen durch den Menschen können einen negativen Einfluss auf die Pottwale haben.

Eine Gefährdung für Pottwale stellen auch Kollisionen mit Schiffen und chemische Verschmutzung sowie Müll, der ins Meer gelangt, dar. Es wird angenommen, dass Schadstoffbelastung sowie der zunehmende Lärm, verursacht durch den Menschen, auch häufig für das Stranden von Pottwalen verantwortlich ist.

Weiterführende Informationen

Artikel Greenpeace: Klick, klick, klick
WWF: Pottwal
WDCS Deutschland
Pottwale

(Bild: von Frank Wirth Whales-dolphins (From the German Wikipedia) [GFDL oder CC-BY-SA-3.0], durch Wikimedia Commons)


1 Kommentar

  1. Das ist leider wahr. Auch hier in Spanien kommt es immer mal wieder vor, dass Wale stranden und leider fischen spanische Fischer immer noch mit Schleppnetzen und Co.