Der Tiger – ein faszinierendes Kraftpaket und doch bedroht

Mein Lieblingsnetzwerk für die schreibende Zunft, der Texttreff, hat ein Blogwichteln veranstaltet. Und so dürfen wir uns über einen tollen Gastbeitrag von Martina Schäfer freuen, die uns den Tiger, übrigens auch eines meiner Lieblingstiere, ein wenig näher vorstellen wird.

[Gastbeitrag]Eines meiner Lieblingstiere ist der Tiger. Kraftvoll und doch geschmeidig kommt er daher. Mit einem gewaltigen Kopf und beeindruckender Körperlänge. Mit faszinierenden Raubkatzenaugen und riesigen Tatzen. So bewegt er sich durch Territorien von enormen Ausmaßen. Noch jedenfalls. Denn eine brennende Frage lautet: Werden wir den Tiger eines Tages – wie auf dem Foto – nur noch in Zoos bewundern können? Immerhin wurde die Großkatze von der International Union for Conservation of Nature and Natural Ressources (IUCN) als stark gefährdet eingestuft.

Was den Tiger gefährdet

Wie fast immer, wenn Tiere vom Aussterben bedroht sind, ist es auch hier der Mensch, der den Bestand der Raubkatzen gefährdet. Denn im Tierreich muss der Tiger keine Feinde fürchten. Der Mensch aber setzt ihm gleich auf zweierlei Art zu: durch Zerstörung seiner Lebensräume und durch die Jagd.

Tiger leben in Revieren von etwa 50 Quadratkilometer Größe. Als Einzelgänger bewohnen sie tropische Regenwälder, Grasland und Sumpfgebiete. Ihre Heimat ist Indien, Ost-China, Sibirien und Sumatra. Allerdings konkurrieren die Raubkatzen hier immer mehr mit dem Menschen um große Gebiete. Denn immer mehr Menschen brauchen Nahrung. Sie roden Wälder, um neue Ackerflächen zu schaffen. Doch nicht nur die Flächen, auch die Beutetiere werden knapp. So drängen die Menschen die Raubkatzen schließlich zurück und nehmen ihnen Lebens- und Jagdgrundlagen.

Hinzu kommt: Tigerprodukte sind begehrt. Nicht nur Tigerfelle werden illegal gehandelt. Unter anderem sind die Knochen der Tiere gefragt. Zu Pulver zermahlen sprechen Teile der Traditionelle Chinesische Medizin ihnen besondere Wirkung zu. Und auch wenn der Handel mit Tigerprodukten längst verboten wurde, der Anreiz für die Jagd ist geblieben. Einzelne Arten sind daher bereits ausgestorben. Von anderen leben nur noch wenige Tiere in ihren heimischen Gebieten.

Rettungsversuche für den Tiger

Einen Lichtblick bieten jedoch verschiedene Programme zur Rettung der Raubkatzen. Allen voran bemüht sich China, Tiger wieder in ihren ursprünglichen Lebensräumen anzusiedeln. Zuchtprogramme und die Auswilderung von Tieren, die in Gefangenschaft geboren wurden, sollen den Erfolg bringen. Allerdings stehen die Naturschützer hierbei oft vor großen Herausforderungen. Denn ausreichend große Gebiete sind schwer zu finden. Und auch die Bevölkerung wehrt sich meist gegen eine Nachbarschaft mit den Raubkatzen. Bleibt zu hoffen, dass es dennoch gelingt, den faszinierenden Tigern mehr Lebensraum zu schaffen und sie zu schützen.

Martina Schäfer
www.martina-schaefer.de
http://blog.martina-schaefer.de

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